Ein Besuch bei Krupka-Stieghan


Das ist Berlin: Teil 4

Von Anna Carnick

In einer Zeit, in der Berlin im Zentrum des internationalen Geschehens steht, haben wir eine Handvoll aufstrebender Design-Talente interviewt, die Berlin zu ihrer Wahlheimat gemacht haben. Als erstes sprachen wir mit dem überaus talentierten Designduo Krupka-Stieghan. Lesen Sie weiter, um mehr über die beiden zu erfahren.

Seit fast zehn Jahren in Berlin ansässig, öffneten Katrin Krupka und Philipp Stieghan 2014 ihr gemeinsames Studio. Berlins langjähriger Ruf für bahnbrechende kreative Projekte machte die Stadt für die beiden zum perfekten Ort für ihre Arbeit bei der sich viel um Experimentieren und Nachhaltigkeit dreht. Krupka nach „designen [wir] Produkte an der Schnittstelle zwischen Design, Material und Verfahrenstechnik, um neue Potentiale und Anwendungsbereiche aufzudecken. Berlin war schon immer ein Ort an dem man experimentieren und entdecken konnte. Ich denke das beeinflusst [unsere] Arbeit.“

Mit ihrer preisgekrönten Recreate Textiles Kollektion (2015) etwa verlieh das deutsche Duo Baumwollabfällen aus der Kleiderindustrie, welche in der Regel verbrannt werden, neues Leben. In Zusammenarbeit mit einem Team aus Chemikern, Herstellern sowie Forschungsinstituten kreierten sie eine Reihe von Biokunststoffen, die dann für von Hand geformte, elegante Gefäße genutzt wurden, die das ungewöhnliche Muster und die Textur der Baumwollfasern zelebrieren.

Zu der momentanen sozioökonomischen Lage der Stadt äußert sich Kupka wie folgt: „Nach all den Diskussionen über steigende Mieten und wachsende soziale Ungerechtigkeit ist Berlin für uns nichtsdestotrotz ein freundlicher, sozialer und ziemlich gemütlicher Ort, um sich kreativ auszuleben. Im Vergleich zu anderen europäischen Städten wie London oder Paris, oder New York und Tokio weltweit, ist es ziemlich einfach hier ohne größere Investitionen durchzustarten.“

Es überrascht daher nicht, dass Berlin ihnen auch großartige kreative Stimuli bietet. „Ich liebe es einfach durch die Straßen zu wandern und neue Materialien, Farben und Orte zu entdecken. Da wir im Wedding leben und arbeiten, schöpfe ich meine Inspirationen aus der Nachbarschaft“, sagt Krupka. „Der Wedding hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Mehr Cafés, einige schickere Lokale, doch im Herzen ist der Wedding immer noch Arbeiterviertel. Ich mag die Orte, an denen man realisiert, wie viel Raum man hier hat – breite Straßen, Parks, Wasserfronten, Orte, an denen man den Himmel sieht und wo die Dichte der Stadt ausgedehnt wird.“ 

*Diese Story ist Teil einer größeren Reihe über die Talente, die Berlins gegenwärtige Design-Landschaft mitformen. Um mehr über die neue Generation der Designer und ihre Gedanken zu ihrer Wahlheimat zu erfahren, klicken Sie auf die unteren Links.

 


Das ist Berlin: Ein Gespräch mit Designerin Anna Badur. Lesen Sie hier.










 

 


Das ist Berlin: Ein Gespräch mit Designer Philipp Käfer. Lesen Sie hier.











 

 
Das ist Berlin: Ein Besuch bei Katrin Greiling. Lesen Sie hier.
 












 

 

Das ist Berlin: Ein Besuch bei Elisa Strozyk. Lesen Sie hier.














Das ist Berlin: Ein Besuch bei MY KILOS. Lesen Sie hier.














Das ist Berlin: Die neue Garde des Berliner Designs spricht über eine Stadt im Wandel. Lesen Sie hier.  

  • Text by

    • Anna Carnick

      Anna Carnick

      Als ehemalige Redakteurin bei Assouline, der Aperture Foundation, Graphis und Clear feiert Anna die großen Künstler. Ihre Artikel erschienen in mehreren angesehenen Kunst- und Kulturpublikationen und sie hat mehr als 20 Bücher herausgegeben. Sie ist die Autorin von Design Voices und Nendo: 10/10 und hat eine Leidenschaft für ein gutes Picknick.
  • Photos by

    • Marco Lehmbeck

      Marco Lehmbeck

      Aufgewachsen ist Marco zwischen Seen und Wäldern in der Nähe von Berlin. Er studiert Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim sowie Fotografie in Berlin. Marco ist Organisationsmitglied des Immergut Musikfestivals für Indie- und Poprock, liebt Backpacking, Club Mate und Avocados. Und er trägt immer einen Hut.

Mehr zum Entdecken