Im Gespräch mit Designerin Elisa Strozyk


Das ist Berlin: Teil 2

Von Anna Carnick

In den letzten Monaten, während sich Berlin im Mittelpunkt des globalen Geschehens wiederfand, interviewten wir einige außergewöhnliche Talente, die dabei helfen die zeitgenössische Design-Ästhetik der Stadt zu definieren. In diesem Teil lässt uns der aufsteigende Stern am Designerhimmel Elisa Strozyk an ihren Gedanken teilhaben.

Die gebürtige Berlinerin Elisa Strozyk war erst sieben Jahre alt, als die Mauer fiel. „Ich habe in Ost-Berlin in Pankow gelebt… es war eine sehr aufregende Zeit, da die Stadt eine große Veränderung durchmachte. Ich denke jeder Berliner meiner Generation hat viele Erinnerungen aus dieser besonderen Zeit.“

Sie studierte Design in London und machte 2009 ihren Master-Abschluss am renommierten Central Saint Martins College. Zurückblickend sagt sie: „ Ich habe die Zeit in London sehr genossen, Berlin bedeutet jedoch mehr Freiheit für mich. Hier hat man erschwingliche Raummieten und die Stadt fühlt sich im Allgemeinen entspannter und dennoch lebhaft an. Zusätzlich kann ich von hier aus mit Kunden in aller Welt arbeiten. “

Broken Aubergine Table Runner Image courtesy of Elisa Strozyk  Heute ist Strozyk international für ihre handgefertigten Designs bekannt, die unsere Erwartungen an Materialien herausfordern. „Ich interessiere mich für die verschiedenen Aggregatzustände von Materialien“, erklärt sie. „Holz wird als Textil flexibel und Glas sieht aus, als ob es flüssig wäre.“ Mit dem laufenden Projekt Wooden Textiles verwandelt Strozyk zum Beispiel Holzelemente in biegsame hölzerne Oberflächen, indem sie sie an Textilunterlagen anbringt. Die Biegsamkeit der Stücke hängt von ihrer Größe und Form ab. Sie können für Bodenbeläge, Decken, Bezüge, Möbel und viele weitere Sachen verwendet werden.

Als wir nach ihren kürzlichen Erfahrungen in Berlin fragen, erzählt Strozyk uns: „In den letzten 15 Jahren ist Berlin immer mehr in den Fokus der internationalen Designszene gerückt. Kreative Köpfe lieben die Stadt, kommen zu Besuch und immer mehr internationale Designer entscheiden sich dafür hier zu wohnen. Auf der anderen Seite ist die Designszene nicht besonders stabil. Viele, die versucht haben eine Design Week, ein Festival, eine Verkaufsmesse oder eine Design-Galerie auf die Beine zu stellen, mussten aufgeben. Vor allem in den letzten fünf Jahren habe ich viele designbezogene Institutionen schließen sehen. Berlin ist voller Kreativität, hat allerdings nicht genug Finanzkraft.“

Während jedoch mehr Geld in die Stadt fließt und die Mieten steigen, stellt Strozyk fest, dass „wir immer noch genug erschwingliche Studios, Workshops und Showrooms haben… Ja, die Miete für unser Studio in Kreuzberg ist zwar teurer geworden [und] falls ich in größere Räumlichkeiten ziehen möchte, müsste ich in Berlins Randbezirken suchen, aber da meine Kunden hauptsächlich nicht aus Berlin kommen, wird mein Hauptgeschäft sich nicht verändern.“

*Diese Story ist Teil einer größeren Reihe über die Talente, die Berlins gegenwärtige Design-Landschaft mitformen. Um mehr über die neue Generation der Designer und ihre Gedanken zu ihrer Wahlheimat zu erfahren, klicken Sie auf die unteren Links. 

 


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    • Anna Carnick

      Anna Carnick

      Als ehemalige Redakteurin bei Assouline, der Aperture Foundation, Graphis und Clear feiert Anna die großen Künstler. Ihre Artikel erschienen in mehreren angesehenen Kunst- und Kulturpublikationen und sie hat mehr als 20 Bücher herausgegeben. Sie ist die Autorin von Design Voices und Nendo: 10/10 und hat eine Leidenschaft für ein gutes Picknick.

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