Im Gespräch mit Designerin Anna Badur


Das ist Berlin: Teil 5

Von Anna Carnick

Wir widmen uns erneut unserer Reihe von Interviews mit aufstrebenden Talenten, die derzeit die zeitgenössische Berliner Designszene gestalten. Vor Kurzem unterhielten wir uns mit der in Deutschland geborenen Anna Badur, um uns über die neuesten Trends zu informieren und um an ihren Gedanken zum anhaltenden kreativen Reiz der Stadt teilzuhaben.  

Die Designerin Anna Badur kommt ursprünglich von der Nordküste Deutschlands und zog 2013 nach Berlin, nachdem sie an der renommierten Design Academy Eindhoven ihren Abschluss machte. Badur ist für ihre experimentellen Möbel, Textilien und Accessoires bekannt, für die sie sich von der Natur, insbesondere von der oft stimmungsvollen „melancholischen Schönheit“ ihrer Heimatstadt Nordern, inspirieren lässt. Ihre Heimat ist geprägt von starkem Regen, heftigen Windböen und den Gezeiten der Nordsee. Ebbe und Flut sowie die Natur werden häufig in ihren Arbeiten widergespiegelt. Das Resultat sind poetische, prozessorientierte Werke, wie Drawn by Nature (2012) und die Whatever the Weather Collection (2014), die die Kraft der Naturgewalten, wie Wind und Wasser, bündeln und die Ästhetik der Stücke bestimmen.

Die Inspiration für Badurs Werk ist unverkennbar organisch. Das Leben in der Großstadt bietet dabei ein starkes kulturelles Gegengewicht und stellt eine Gelegenheit dar mit kreativen Gleichgesinnten zusammenzukommen. „Berlin ist für mich ein Ort des Austausches. Ich arbeite gerne in einem Gemeinschaftsatelier mit Künstlern aus anderen Bereichen, wie Mode, Kunst und Handwerk. Als Designerin empfinde ich es als äußerst bereichernd unter dem Einfluss verschiedenster Disziplinen zu entwerfen.“

Auf die Frage, wie die ständigen Veränderungen in Berlin ihre Zukunft als Designerin beeinflussen werden, antwortet Badur: „Ich glaube, dass der Prozess der Gentrifizierung jede Großstadt betrifft. Dieses Phänomen können wir nicht ändern oder aufhalten. Auch wenn ich mir natürlich wünsche, wir könnten es. Aber leider bedeutet Geld auch Macht. Natürlich sind die steigenden Mieten für alle Kreativen ungünstig und führen letztendlich dazu, dass ihre Arbeitsplätze in Randgebiete der Stadt gedrängt werden, oder gar, dass sie irgendwann Berlin verlassen müssen. Das wäre sehr traurig.“ Gleichzeitig meint sie: „Ich liebe es, dass Berlin so international ist.“

*Diese Story ist Teil einer größeren Reihe über die Talente, die Berlins gegenwärtige Design-Landschaft mitformen. Um mehr über die neue Generation der Designer und ihre Gedanken zu ihrer Wahlheimat zu erfahren, klicken Sie auf die unteren Links.



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  • Text by

    • Anna Carnick

      Anna Carnick

      Als ehemalige Redakteurin bei Assouline, der Aperture Foundation, Graphis und Clear feiert Anna die großen Künstler. Ihre Artikel erschienen in mehreren angesehenen Kunst- und Kulturpublikationen und sie hat mehr als 20 Bücher herausgegeben. Sie ist die Autorin von Design Voices und Nendo: 10/10 und hat eine Leidenschaft für ein gutes Picknick.
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    • Ramtin Zanjani

      Ramtin Zanjani

      Ramtin wurde in Teheran geboren, aber ist seit acht Jahren in Berlin zu Hause. Er hat umfassende Erfahrung in der Werbefotografie, ist um die ganze Welt gereist und hält es für überaus romantisch, zu summen und dabei Knoblauch fein zu hacken.

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