Flos

Die Anfänge der italienischen Beleuchtungsfirma Flos reichen bis in das Jahr 1959 zurück. Damals suchte Arturo Eisenkeil aus Merano, Italien, nach neuen Einsatzmöglichkeiten für eine sprühbare Kunststoffbeschichtung, die er aus den USA einführte. In den frühen 60ern setzte sich Eisenkeil mit zwei Unternehmern aus der Designbranche zusammen. Das Meeting mit Cesare Cassina (1909-1979) und Dino Gavina (1922-2007) war sehr vielversprechend, nicht zuletzt weil Cassina seine Expertise und Erfahrung im Design einbringen konnte. 1927 hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Umberto das Produktionsunternehmen Cassina gegründet. Die Einführung von industriellem Design in Italien wird oftmals den beiden Brüdern zugeschrieben. Wie schon Cassina, war Gavina auch als Hersteller tätig, nachdem er in den 1950ern die Dino Gavina Company und 1960 das Tochterunternehmen Gavina SpA gegründet hatte. Die drei Unternehmer schlossen sich 1962 für die Gründung von Flos in Merano zusammen.

Das Unternehmensleitbild von Flos war es, die Beleuchtungsindustrie zu revolutionieren. Diese Revolution ging mit der Erschließung neuer Materielaien einher, allen voran Eisenkeils „Cocoon Floss“ Polyamid. Manager der Designabteiling in den frühen Jahren von Flos war , der von seinem Bruder Achille und Tobia Scarpa und schließlich von Scarpas Frau Afra abgelöst wurde. Die Produktion von Flos umfasste verblüffend futuristisch anmutende Entwürfe, wie Castiglionis Viscontea Lampe (1960), der Taraxacum Kronleuchter (1960) und die Gato Tischlampe (1960), als auch Scarpas Fantasma Stehlampe (1960er).

Zu den typischen Werken von Flos zählen die klassische Arco Lampe (1962) der Castiglioni Brüder und die Parentesi Lampe (1971) von Achille Castiglioni und Pio Manzu, die als erstes Stück der Flos Kollektion den Compasso d’Oro Preis im Jahr 1979 gewann. Weitere typische Flos Werke sind die Romeo Moon Tischlampe (1995) und die Archimoon Soft Task Lampe (1998) von Philippe Starck, sowie die tragbare Arbeitslampe May Day (1999) von Konstantin Grcic und die Oplaglas Glo-Ball Kollektion (1999) von Jasper Morrison. Zu den Designern, die mit Flos zusammenarbeiteten, zählen Michael Anastassiades, Barber Osgerby, Ronan und Erwan Bouroullec, Antonio Citterio, Ron Gilad, Marco Pezzolo, Paolo Rizzatto, Marc Sadler, Patricia Urquiola, Marcel WandersPatricia Urquiola und Sebastian Wrong.

Unter der Leitung von Sergio Gandini zog das Unternehmen 1964 nach Brescia. In den 1970ern kaufte Flos Arteluce auf, einen bekannten Beleuchtungshersteller des ehemaligen Managers Gino Sarfatti. Nachdem Gandini 1999 verstarb, übernahm sein Sohn Piero das Unternehmen. Die Architekturbeleuchtung der spanischen Marke Antares wurde 2005 durch Flos erworben. Ein großer Teil der Firma wurde 2014 an Investindustrial verkauft, das heute noch die Geschäftsleitung Piero Gandini und Flos unterstützt. Flos bietet ein breites Spektrum an Wohnaccessoires, kommerziellen Produkten und maßgeschneiderten Beleuchtungsartikeln an.

Mit kontinuierlichen Engagement und Innovationsgeist sicherte sich Flos einen Platz in der Designgeschichte. Die Marke wird weiterhin mit Auszeichnungen für ihre ehemaligen Kollaborationen mit ikonischen preisgekrönten Designern überhäuft. Flos Designs werden weltweit in Museen präsentiert und sind beispielsweise in der Dauerausstellung des MoMA in New York und im Triennale Design Museum in Mailand zu finden.