Nordisk Solar

Im Jahr 1919 von Jacob L. Jørgensen und Herluf Sørensen gegründet, ist der dänische Leuchtenhersteller Nordisk Solar auf den Vintage-Märkten heutzutage für seine modernen Mid-Century Hängeleuchten und mehrstöckigen Beleuchtungsdesigns bekannt.

Nordisk Solar Compagni war in mehreren Wirtschaftszweigen aktiv, bevor es sich auf die Produktion von Beleuchtungskörpern konzentrierte. Die Anfänge liegen im Import- und Großhandel für Stromzähler (welches 1924 in das Tochterunternehmen Danish Meter Workshop oder Dansk Maalerværksted aufging) und der Radioproduktion unter dem Namen Audiola. In den 1950ern sanken die Verkaufszahlen für Radios, da Fernseher immer zugänglicher und bezahlbarer wurden, woraufhin Audiola die Produktion 1958 einstellte. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte sich Nordisk Solar Compagni – oder einfach “Solar” (wie es in Anzeigen und Katalogen aus der Ära zu lesen ist) – ausschließlich auf die Produktion hochwertiger Beleuchtung. Viele Designs stammen zwar aus den 1950ern oder sogar früher, aber es waren die 1960er, in denen die meisten Lampen produziert, beworben und verkauft wurden – zunächst in Dänemark und anschließend in Finnland, Schweden und Deutschland ab 1975.

Nordisk Solar griff auf ihre in der Radioproduktion erworbene Fachkenntnis beim Gebrauch von Plastik zurück, um in den späten 1950ern und 1960ern zahlreiche farbenfrohe Leuchten herzustellen. Das Unternehmen beauftragte außerdem namhafte skandinavische Designer wie Sigvard Bernadotte, Acton Bjørn, Max Brüel, Vagn Dyring, Anton Fogh Holm, Jørgen Kastholm  & Preben Fabricius, Eva und Nils Koppel, Sven Middelboe und Jørn Utzon – welcher später das Opernhaus in Sydney entwarf – damit Leuchten für Solar zu entwerfen. Unter den ikonischsten Produktionen des Unternehmens sind Sven Middleboes Verona Pendellampe (1960er); Jørn Utzons Tivoli Pendellampe (1947-48, in den 1960er umbenannt und wieder eingeführt als P254) und Navy Pendellampe oder Sovaernspendel (1956)—welches für die Büros der königlichen Marine entworfen und später von Louis Poulsen modernisiert und unter dem neuen Namen Doo Wop auf den Markt zurückgebracht wurde - K Kewos Minisol Lampe (1960er); Preben Fabricius & Jørgen Kastholms P376 (1964, 1980 in Kastholm Pendant umbenannt); und Vagn Dyrings Granada Lampe (1982).

1989-90 übernahm der schwedische Lampenhersteller Hans-Agne Jakobsson A/S das Unternehmen und die Produktion wurde eingestellt. 2006 wurde die Firma durch Solar A/S, einem Unternehmen für Elektro- Heiz- Klempner- und Ventilationstechnologie, das keine Beleuchtung mehr produziert, wieder erworben.

Die in den 1950ern und 60ern - dem goldenen Zeitalter für Skandinavisches Lichtdesign - von Nordisk Solar Compagni (damals als Solar bezeichnet) produzierten Beleuchtungskonzepte sind sehr gefragte Objekte auf dem Vintage-Markt.