Herman Miller

Herman Miller wurde 1923 ins Leben gerufen, als der Unternehmer D. J. De Pree (1891 - 1990) den Großteil der Michigan Star Furniture Company mit Hilfe seines Schwiegervaters, nach dem er die neue Firma benannte, aufkaufte. Wie viele andere Möbelhersteller in West Michigan zu jener Zeit konzentrierte sich auch De Pree auf die Produktion von Repliken kunstvoller europäischer Holzmöbel des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Angst vor einem Bankrott, verursacht durch die Weltwirtschaftskrise, brachte ihn schließlich dazu, sich in eine neue Richtung zu bewegen. 1931 stellte De Pree den Werbegrafiker Gilbert Rohde ein, der De Pree davon überzeugte, dass ehrliches, funktionelles Design, charakterisiert durch saubere, einfache Linien, die Zukunft bedeuten. Damit setzte er die Segel für Herman Millers Einfluss auf das, was als der moderne Stil der Jahrhundertmitte bekannt werden sollte. Zwei Jahre später debütierte die erste von Rohde entworfene Kollektion an der Century of Progress Ausstellung in Chicago.

Nachdem Rohde 1944 verstarb, beauftragte De Pree den Architekten und Designer George Nelson als ersten offiziellen Designdirektor. Nelson verschaffte dem Unternehmen internationalen Ruhm, indem er eine neue, äußerst ansprechende Unternehmensidentität schaffte und mit einigen der visionärsten Designern jener Zeit - Charles und Ray Eames, Isamu Noguchi, Alexander Girad - zusammenarbeitete. Unter seiner Führung schaffte Herman Miller einige seiner bezeichnendsten Werke des 20. Jahrhunderts, wie den DCM “Potato Chip” Stuhl des Ehepaares Eames (1945/1946), den Molded Fiberglass Chair (1950) und den Eames Lounge Chair (1956); Noguchis Noguchi Table (1948) und Nelsons eigene Bubble Lamps von 1955 sowie sein Marshmallow Sofa von 1956, um nur ein paar zu nennen. Es ist anzumerken, dass die Action Office Project I Serie von Robert Propst 1964 den Weg für justierbare und halb offene Arbeitsplätze ebnete, und das zu einer Zeit in der modernes Design immer mehr und mehr als die Stilart für amerikanische Firmeneinrichtung galt. Zu neueren Bestsellern aus der Büromöbelpalette gehören der von Bill Stumpf und Don Chadwick entworfene allgegenwärtige Aeron Chair (1944) und der umweltfreundliche High-Tech-Stuhl Mirra Chair von Studio 7.5 (2003).

Heute teilen sich Herman Miller und der deutsche Hersteller Vitra viele gleiche Lizenzverträge für Meisterwerke aus der Jahrhundertmitte, von denen die erstgenannten in Nordamerika, die zweiten in Europa verkauft werden. Es wird viel darüber debattiert,  ob der eine bessere Produkte herstellt als der andere. Ungeachtet diesen Wettstreits wurden die Stücke Herman Millers für Dauerausstellungen im New Yorker Museum of Modern Art, im Londoner Victoria & Albert Museum und sogar im Vitra Design Museum in Weil am Rhein - unter vielen, vielen anderen - erworben und ausgestellt.

 

 

* All images courtesy of Herman Miller.