Artek

Die im Jahr 1925 verheirateten finnischen Architekten  (1989 - 1976) und Aino Aalto (1894 - 1949) waren Vorreiter des Modernismus in Skandinavien. In den späten 20ern und frühen 30ern begannen sie mit Entwürfen von Gebäuden bis hin zu Inneneinrichtungen, Möbeln und Gegenständen, die durch innovative, stromlinienartige Formen und der Anwendung hochmodernster Materialien und Prozesse charakterisiert waren. Die Werke der Aaltos - deren eigener Charakter zum Beispiel in dem kurvenförmig gebogenen Sperrholzstuhl Paimio, entworfen für das von ihnen zwischen 1928 und 1933 konzipierte Paimio Tuberkulose Sanatorium, zum Ausdruck kommt - wurden unter internationalen Designkennern sehr schnell als humanistisches Gegenstück zu den “kalten” Designs aus Stahl und Glas angesehen, die mit deutscher „Bauhausmoderne” assoziiert wurden. Nach einer Reihe von erfolgreichen Ausstellungen im Ausland, vor allem die einflussreiche Triennale Expo in Mailand 1933, waren die Aaltos und ihre Möbelstücke sehr gefragt. Mit Hilfe des Kunstkritikers und späterem CEO Nils-Gustav Hahl (1904 - 1941) und der Kunstförderin Maire Gullichsen (1907 - 1990) eröffneten die Aaltos 1935 Artek in Helsinki. Dies taten sie nicht nur um Möbel auf den Markt zu bringen und zu verkaufen, sondern auch „um moderne Wohnkultur durch Ausstellungen und andere informative Maßnahmen voranzutreiben.”

Bis in die 50er Jahre entwarfen die Aaltos die meisten der Artek Produkte selbst. Besonders nennenswert sind darunter Stool 60 (1933), Screen 100 (1936), Tea Trolley 901 (1936) und Stool Y61 (1947). In den Jahren nach dem Krieg begannen sie mit beeindruckenden finnischen Designern zusammenzuarbeiten. Dazu gehören , dessen Mademoiselles Chairs (1956) bis heute zu den Bestellern gehören und , dessen aus Glas gefertigte Hängelampen aus den 60ern vor Kurzem wieder in Produktion gingen. Im 21. Jahrhundert zählten zu den Mitarbeitern Arteks bedeutende internationale Designer wie ,  und die Bouroullec Brüder. 2007 beauftragte die Firma den japanischen Architekten Shigeru Ban, einen Pavillon zu entwerfen. Unter dem Namen The Space of Silence reiste das Projekt zu zahlreichen Orten um die Welt.

Seit 2013 gehört Artek mit Büros in Helsinki, Berlin, Stockholm, Tokio und New York zu der deutschen Marke Vitra. Die Entwürfe Arteks sind Teil institutioneller Sammlungen auf der ganzen Welt, darunter im New Yorker Museum of Modern Art, im Vitra Design Museum in Weil am Rhein, im Londoner Design Museum wie auch in den The Alvar Aalto Museen in Jyväskylä und Helsinki.



 

* All images courtesy of Artek