Eine wohltätige Ausstellung und Auktion, die man nicht verpassen sollte


The Love School Project

Bis zum 10. Mai läuft in der Berliner Erstererster Galerie The Love School Project, eine inspirierende Designausstellung und wohltätige Auktion mit Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität der Künste Berlin und Grundschulkindern des Love School Centers in Nairobi in Kenia entstanden sind.

Professorin Susanne Stauch und Designerin/Hilfslehrerin Anna Badur—eins von Pamonos Lieblingstalenten aus Berlin—hießen uns gestern stolz zur brechend vollen Eröffnung willkommen. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines monatelangen, experimentellen internationalen Projektes, das Arbeiten der Studierenden zeigt und von den schönen Geschichten zeugt, die sich dahinter verbergen. Badur und Stauch erklären, dass die Studierenden der UdK im Laufe des letzten Semesters Schulkinder im Kangemi Slum in Nairobi betreuten und ihnen dabei halfen, Designobjekte zu gestalten, die Materialien und Werkzeuge vor Ort nutzten—keine leichte Aufgabe, da es in Kangemi an Strom und an fließendem Wasser mangelt. Gleichzeitig wurden die Studierenden damit beauftragt, ihre eigenen Kreationen zu entwerfen, inspiriert aus dem Kontakt mit den kenianischen Schülern. Die Endprodukte zu versteigern ist Teil einer größeren Kampagne, Geld für den Erwerb des Grundstücks auf dem das Love School Center steht, zu gewinnen. Es wird nämlich spekuliert, dass das Gebiet geräumt werden soll.

Der erste gemeinsame Kontakt zwischen Studierenden und Schülern lief über WhatsApp und Skype. Aber bereits in der ersten Woche des Projektes war klar, dass die Teilnehmer sich einen persönlichen Kontakt wünschten. Einer nach dem anderen trafen die UdK Studierenden die Entscheidung, nach Kenia zu reisen—freiwillig und durch Plünderung ihrer eigenen Ersparnisse—um einen interaktiven Workshop auf die Beine zu stellen.

Rope bags von Louis Bindernagel Bild mit Genehmigung von The Love School Project Die entstandenen Stücke—jetzt zum Erwerb in der Galerie und der Online Auktion bereitgestellt—sind wirklich zauberhaft. Und das nicht nur, weil der gemeinsame Unternehmergeist zu spüren ist, sondern weil viele der Objekte Innovation und Kreativität ausstrahlen.

Das Ropery Projekt von Louis Bindernagel beispielsweise ist eine Sammlung an Körben und Seilen und geht das Umweltproblem an, das durch verschwendete Plastiktüten verursacht wird. Eine Seilmaschine wurde auf kenianischem Boden entworfen mithilfe derer die Berliner Studierenden den Schulkindern zeigten, wie sie aus den Plastiktüten selbst Seile herstellen können. Die Kinder konnten ein Volleyball- und ein Basketballnetz anfertigen und außerdem einen Sonnenschutz anbringen, Körbe weben und vieles mehr. Diese Praxis ermöglichte den Kindern, ihre Umgebung anders zu betrachten und potentielle Einsatzmöglichkeiten übersehener Abfälle zu erkennen und daraus nicht nur Schönes zu gewinnen, sondern auch Umsatz zu generieren.

Neben der finanziellen Unterstützung der kenianischen Schule und der Stärkung ihrer Schüler, stellt das Projekt ein Experiment internationaler Co-Kreation dar und bietet den UdK Studierenden die Chance, ihr Werk sowohl als kreative Dienstleistungen für Kunden als auch in einem größeren sozio-ökonomischen Kontext zu sehen. Für Stauch ist Bildung der Schlüssel zu echter und dauernder Transformation. Sie meint: „Ich glaube fest an eine nicht-so-utopische Zukunft, in der Bildung uns hilft, nicht mehr zu urteilen und zu kategorisieren. In der wir die Tatsache begrüßen, dass die Menschheit verbunden ist und deshalb nur durch Verbundenheit gedeiht und nur auf Augenhöhe. Und in der wir einander unterstützen, die Menschen zu werden, die wir werden können, sobald wir uns selbst genauso sehr respektieren und lieben, wie wir andere Menschen respektieren und lieben.“

Ihrerseits ist Badur überzeugt, dass dieses Projekt erst der Anfang ist. „Susanne brachte Menschen zusammen, die einander nicht kannten, aber alle bereit waren, ein spannendes Unterfangen einzugehen, das durch Offenheit, Mut und Wohlwollen angetrieben wurde. Ich glaube, ich kann für alle sprechen, wenn ich behaupte, dass wir von einer ähnlichen Vision angesteckt wurden. Eine Vision davon, was möglich ist, wenn wir uns außerhalb unserer Komfortzone bewegen und die ersten Schritte wagen, ohne zu wissen, wo sie uns hinführen. Grenzen und Hürden wurden überwunden, Stärkung fand auf allen Ebenen statt. Ich bin sicher, dass das Projekt für viele erst den Anfang einer langen, dauerhaften Beziehung ist.“

The Love School Project ist bis zum 10. Mai in der Galerie Erstererster in Berlin zu sehen. Die Online Auktion ist jetzt live auf https://www.unitedcharity.de/Specials/The-Love-School-Project

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