E. Kold Christensen

Obwohl es kaum oder gar keine historischen Informationen über den Hersteller E. Kold Christensen oder seine Person gibt, war das Unternehmen ausschlaggebend für die Karriere des dänischen Industrie Designers Poul Kjærholms . Die beiden gingen eine Partner- und Freundschaft ein, die über zwei Jahrzehnte andauerte und produzierten zusammen einige der bekanntesten Arbeiten Kjærholms.  

Der dänische Unternehmer Ejvind Kold Christensen begann seine Karriere als Verkaufsmanager für den Möbelhersteller Carl Hansen & Søn. 1949 stellte der gerissene Kold ChristensenHans Wegner to Holger Hansen vor, da er großes Potential in dem jungen und unbekannten Designer sah. 1951 formalisierten die beiden zusammen mit Kold Christensen ihre Partnerschaft und bildeten eine Vertriebsgemeinschaft namens SALESCO, ein einzigartiges Marketing Team, das sich zur Aufgabe machte, die Arbeit Hans J. Wegners in Dänemark und darüber hinaus bekannt zu machen. Kold Christensen verließ Carl Hansen & Søn und SALESCO, um mit einem anderen vielversprechenden Designer, Poul Kjærholm, zu arbeiten. Irgendwann zwischen 1955 und 1956 gründete Kold Christensen das gleichnamige Unternehmen, dessen einziger Zweck die Produktion der Entwürfe Kjærholms war.

Während die meisten seiner Zeitgenossen ausschließlich Holzprodukte entwarfen, erkundete Kjærholm die Kombination synthetischer Materialien wie Stahl mit natürlichen wie Holz, Textil und Leder. Da er sehr von der Lichtbrechung, die Metall verursachte, begeistert war, war er nicht sparsam mit den Stahlrahmen, die er für seine Arbeit nutzte. Er war außerdem ein starker Befürworter industrieller Produktion und hielt an dem Glauben fest, dass Architektur ein wichtiger Bestandteil des Möbeldesigns ist. Kjærholms Stücke waren nur mit Nummern und nicht mit Namen versehen, da er wollte, dass seine Möbel an ihrer Gestaltung erkannt werden. E. Kold Christensen verstand die Ästhetik Kjærholms genau und ließ ihm mit seinen Designs komplette künstlerische Freiheit. Das erste erfolgreiche Werk, das aus der Partnerschaft hervorging, war ein minimalistischer Stuhl, der an Mies van der Rohes berühmten Barcelona Chair (1929) erinnert. Der PK22 (1956),  geformt aus einem einzigen Stahlblech, war ein sofortiger kommerzieller Erfolg, der sowohl die Karriere des Designers als auch die des Herstellers startete. 1957 gewann der Stuhl den Grand Prix auf der Mailänder Triennale. Zu den berühmten Entwürfen dieser ertragreichen Partnerschaft gehören Kjærholms PK61 Kaffeetisch (1955), das PK80 Tagesbett (1957), der PK33 Hocker (1959), der PK9 Tulip Chair (1961) und die aus Korb und Stahl gefertigte PK24 Chaise Lounge (1965).

Kjærholm und Kold Christensen arbeiteten bis zum verfrühten Tod Kjærholms im Jahr 1980 eng zusammen. Die Stücke aus jener Zeit sind sehr begehrt und verkaufen sich zu rasch steigenden Preisen. 1982 übernahmFritz Hansen die Produktion und den Verkauf der Kjærholm Collection, zu der Designs von 1951 bis 1967 gehören. 2007 erweiterte Fritz Hansen die Kollektion mit dem PK8 Beistelltisch und den PK58 Esstischen, die vorher noch nie in Produktion gewesen waren.