Airborne

Airborne ist eine der erfolgreichsten und einflussreichten Designfirmen der Moderne Frankreichs.

Charles Bernard (1904-1994) gründete Airborne im Jahr 1951. Das erste Produkt der Firma war der AA Chair, der ursprünglich 1938 vom spanisch-argentinischen Kollektiv Grupo Austral (Juan Kurchan, Jorge Ferrari-Hardoy und Antonio Bonet) entworfen wurde. Knoll produzierte den originalen Butterfly Chair der Grupo Austral bis in die 1940er Jahre. Nach dem zweiten Weltkrieg informierte Bernards Freund André Bloc ihn darüber, dass Knoll nicht mehr über die Lizenzen verfüge. Bernard erwarb daraufhin die Rechte und nannte den neuen Airborne Sitz zu Blocs Ehren AA Chair, indem er die Initialien von Blocs Magazin L’architecture d’Aujourd’hui nutzte. Der AA Chair wurde zum Bestseller und die Erträge erlaubten Airborne mit den renommiertesten französischen Designern zu kollaborieren sowie sich mit den größten französischen Herstellern zu messen.

Bernard erwies sich unzufrieden mit der bloßen Reproduzierung von lizenzierten Designs und war erpicht darauf, neue originelle Werke mit zeitgenössischen, talentierten Designern zu kreieren. Die erste Zusamenarbeit der Firma ergab sich mit dem führenden französischen Designer , aus welcher die Prefacto Reihe (1951-53) entstand, die eine umfangreiche Serie von Mobilar umfasste, das aus geschwungenen Stahlrohrrahmen und Holzoberflächen bestand. Guariche steckte ebenfalls hinter den Designs einer erfolgreichen Kollektion von Sesseln, Sofas und Armlehnstühlen für Airborne. Weitere erfolgreiche Designer, die mit Airborne zusammen arbeiteten, waren René-Jean Caillette, Jacqueline Lecoq, Joseph-André Motte , und Antoine Philippon.

Airbornes innovativste Zusammenarbeit entstand jedoch, als der junge Designer Olivier Mourgue Kontakt zu Bernard aufnahm und ihm seinen Joker Easy Chair (1959) aus schwarzem Leder vorstellte. Bernard fand Gefallen an dem Stück und erklärte sich zur Herstellung bereit. Dies war der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit, die über ein Jahrzehnt bestand und Airbornes Ansehen in Frankreich sowie im Ausland förderte. Mourgues welliger Djinn Chair (1965) verkörpert die futuristische ”Space Age” Ästhetik der 1960er und sicherte sich seinen Platz in der Design-Geschichte. Dank der Verwendung am Set von Stanley Kubricks Film 2001: A Space Odyssey (1967) wurden die Djinn Chairs und Sofas, die nicht mehr hergestellt werden, zu wahren Sammlerobjekten sowie zu Design-Ikonen des 20. Jahrhunderts.

Bedauerlicherweise wurde der Kultstatus dem Djinn Chair erst rückwirkend anerkannt. Trotz begeisterter Kritiken, stoß Airborne auf erhebliche Schwierigkeiten beim Verkauf des Djinn Chairs, was darauf zurückzuführen war, dass die Einzelhändler sowie die Kunden das Avantgarde-Design als öbszön empfanden. Als Reaktion darauf investierte Airborne in deren Einzelhändlernetz und entschied im Jahr 1962 die Firma aufzuspalten, um die Zielmärkte besser zu erreichen: So entstand Airborne Résidence für den Inlandsmarkt und Airborne Collectivité für die kommerziellen Interessen.

Airborne perfektionierte die Technik, eingespritztes Schaumgummi mit synthetischem, gestricktem Jersey-Stoff zu beziehen. Der internationale Ruhm lässt sich unter anderem auch den provokativen Werbekampagnen zuschreiben. Die 1968 von Hautefille produzierte Werbung “Tout est là” löste Empörung aus, da 50 üppige Hinterteile als Metapher für die Nachgiebigkeit und den Komfort von Airborne Sitzen dienten.

Trotz der mutigen Kampagnen und der innovativen Designs, überstand Airborne die 1974er Ölkrise nicht. Obwohl das Unternehmen mehrere Male verkauft wurde, konnte es die ruhmreichen Zeiten der 1960er nicht mehr wiederholen.